Monat: Januar 2017

nachgedacht

Kriminelle Ossis abschieben?

Schön, dass es Facebook-Seiten gibt, die Pegida und Co. durch den Kakao ziehen. Ich hätte auch kein Problem mit einer Seite, die sich einfach nur über Ossis lustig macht. Aber m.E. ist die Grenze von Satire zu Hetze hier längst überschritten: https://www.facebook.com/KriminelleOssisAbschieben/?fref=nf. So was muss ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung Deutschlands echt nicht sein . Aber Teile und Herrsche hat schon im alten Rom bestens funktioniert, weil es immer wieder Idioten gibt, die das unterstützen . Falls ich mich jemals zu einer Bewertung herablassen sollten, sieht sie wohl so aus: ————————— „Ich bin erleuchtet von dieser Seite – ehrlich! Aus rein wissenschaftlichem Interesse bin ich immer interessiert an ungefilterten Meinungen – und eure sind wirklich herrlich ungefiltert! Das ist mal richtig erfrischend bei der ganzen Lügenpresse da draußen. Vor allem, wenn man, wie ich, aus dem Osten kommt und jahrelang hinter der Mauer eingesperrt war.    In dem braunversifften Zonenkaff, wo ich zur Zeit wohnhaft bin, haben es kürzlich erst wieder 15 (!) unverbesserliche Pegida-Deppen gewagt, sich 300 (selbstverständlich aus dem Westen zugezogenen ) Anhängern von „Potsdam bekennt Farbe“ entgegen zu stellen. Unglaublich, oder? Alles voller Nazis im Osten . Um dem ganzen Mist für ein paar Tage zu entkommen, bin ich gerade auf dem Weg nach Amsterdam, wo es nix Braunes gibt außer Zwarten Pieten und riesigen Hundehaufen. Außerdem tut so ein Abstecher zum Coffee Shop immer gut. Unser Crystal Meth ist ja auch nicht mehr das, was es mal war, und leisten kann sich das Zeug eh keiner mehr. Schande! Früher hat man es für 20 DDR-Pfennige nachgeschmissen gekriegt. Aber wird ja alles teurer, was wohl nicht zu vermeiden ist, wenn ein paar Millionen Ossis 25 Jahre lang die Staatskasse plündern, gell? 😉 Und weil ich – wie alle Ossis – geizig bin, gebe ich eurer Seite nur 2 Sterne. Leider habt ihr es bisher nicht geschafft, Satire so zu verpacken, dass es selbst der letzte Hinterwäldler aus BaWü oder MeckPomm als solche erkennt (Extra 3 oder Postillion anschauen und lernen, sag ich da nur). Schade, dass viele eurer Follower den geistigen Horizont von Ekel Alfred zu haben scheinen und eure „Satire“ hier für bare Münze nehmen. 🙁 Außerdem bin ich schwer enttäuscht, weil ich bisher angenommen hatte, Wessis könnten sich benehmen. Aber was hier den lieben langen Tag an hohlen Stammtisch-Phrasen gedroschen, geprollt und beleidigt wird, kann ich auch in der nächsten Berliner Herta-Kaschemme haben. Dort gibt’s wenigstens Bier .“ Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es Sinn macht, dort zu posten. Die Typen machen mir nicht den Eindruck, als ob sie Kritik vertragen oder ne zivilisierte Diskussion führen können. Eher werde ich dann als „Ost-F***ze“ oder dergleichen beschimpft, denn das ist leider der normale Umgangton dort. .  

nachgedacht

Das Katzensteuer-Bullshit-Bingo

Oh Mann, da haben wir gerade erst Mitte Januar und stecken schon tief im Sommerloch – jedenfalls, wenn man sich so manche „heiß diskutierten“ Themen anschaut. Deshalb, liebe Leute, dürfen wir nicht länger die Augen davor verschließen, dass dieses Land – und nicht nur dieses – ein Problem hat. Ein Problem, das die Gemüter bis kurz vorm Krieg hochkochen lässt. Vergesst die Flüchtlingskrise, Trump, Brexit und den Euro-Rettungsschirm, denn das ist alles nicht der Rede wert, wenn 13 Millionen gefährliche Raubtiere unkontrolliert durchs Land streifen und alles meucheln, was ihnen vor die Klauen kommt. Ihr habt richtig gelesen: 13 Millionen. Katzen. Und die fressen bekanntlich ihren Besitzern die Haare vom Kopp. Das allein würde neben der Katzensteuer auch die Glatzensteuer rechtfertigen. Genau, Katzensteuer. Dass einzelne FAZ- und FOCUS-Schreiberlinge ihren Frust über die Katzenscheiße im Blumenbeet loswerden müssen, kann man ja noch verstehen. Dass aber GRÜNEN-Politiker ernsthaft darüber nachdenken … überrascht eigentlich auch nicht wirklich. GRÜNE kommen immer schnell ins Sabbern, wenn von Gängeleien und  Strafabgaben die Rede ist – vor allem gegen Dinge, die Spaß machen. Selbstverständlich braucht man für jede Steuer eine Begründung und ein „Tut uns Leid, die Kommunen sind pleite und irgendwoher müssen die Mäuse für die nächste Elbphilharmonie ja kommen“ wäre viel zu ehrlich und direkt. Also lasst uns eine Runde Katzensteuer-Befürworter-Bullshit-Bingo spielen – und wir werden schnell dahinter kommen, dass die meisten dieser „Argumente“ weniger wert sind, als das, was man in einem Katzenklo findet: „Katzen sind Killer und dezimieren ganze Singvogelarten“ Ja, Katzen sind Raubtiere. Sie fangen Mäuse und Ratten (was in der Regel erwünscht ist) und leider manchmal auch seltene Vögel. Das kann in sensiblen Ökosystem, z.B. auf einer Insel, tatsächlich dazu führen, dass ganze Arten verschwinden (http://www.spektrum.de/wissen/schaden-katzen-unserer-vogelwelt/1356773 ). Aber hinter dem Luftverkehr, dem Klimawandel, den von den Grünen so gepriesenen Windrädern und vor allem der industriellen Landwirtschaft dürften die Miezis einen eher unscheinbaren Platz auf der Vogelkiller-Toplist einnehmen (https://www.welt.de/wissenschaft/article157075062/Das-globale-Vogelsterben-ist-ein-boeses-Vorzeichen.html). „Wir müssen gegen das Katzenproblem steuern. Deshalb Steuern.“ Nein, da hilft keine unsinnige Steuer, sondern nur Kastration. Ein „Katzenproblem“ entsteht in erster Linie durch herrenlose Streuner, sie sich unkontrolliert vermehren. Und wer bitte zahlt für die Steuern? Dieser Staat sollte eine Schwachsinns-Steuer einführen, dann käme wenigstens ordentlich Geld in die Kassen. „Katzen kacken alles voll.“ Aber in der Regel buddeln sie ihre Hinterlassenschaften ein und scheißen nicht mitten auf den Gehweg. Außerdem sind viele Katzen in Deutschland reine Stubentiger – kacken also im schlimmsten Fall auf Mamas neuen Flokati. Ausschließlich Freigänger zu besteuern, ließe sich wohl kaum umsetzen oder kontrollieren. „Hundehalter müssen doch auch Steuern zahlen. Das ist diskriminierend.“ Ja, ist es. Deswegen gehört auch die Hundesteuer abgeschafft. Wenn Hundehalter nicht fähig sind, ihren Wuffi richtig zu erziehen, oder zu faul, seine Scheiße wegzuräumen, hilft dagegen auch keine Steuer, sondern höchstens ein Hundeführerschein. Selbst sogenannte Kampfhunde sind normalerweise sehr liebe und treue Tiere, wenn sie nicht scharf gemacht werden. Trotzdem werden automatisch höhere Steuern für sie verlangt. Man sollte sich bewusst sein, dass die Hundesteuer im 19. Jh. als eine Art Luxussteuer eingeführt wurde – und nicht etwa mit dem Ziel, die Zahl potenziell gefährlicher Tiere gering zu halten, wie es uns heute gern weisgemacht wird. Sie ist also vollkommen überholt. „In Deutschland gibt es fast doppelt so viele Katzen wie Hunde, weil wir keine Katzensteuer haben.“ Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass Hunde in der Haltung ganz schön aufwändig sind: Man muss sie erziehen, mehrmals am Tag bei Wind und Wetter Gassi führen, kann sie nicht lange alleine lassen … dafür hat einfach nicht jeder Zeit und Lust. „Eine Katzensteuer könnte dazu beitragen, dass die Leute sich verantwortungsbewusster für eine Katze entscheiden und sie nicht leichtfertig aussetzen. Schließlich kostet sie dann Geld.“ Alles klar. Die KfZ-Steuer verhindert auch jeden Tag, dass jugendliche Raser mit Tempo 80 durch Wohngebiete brettern, erst die Oma mit dem Rollator plattfahren, um kurz darauf selbst am Baum kleben zu bleiben. Schließlich kostet die Karre Geld. Und natürlich werden niemals Hunde vorm Kaufland „vergessen“, weil der nächste Urlaub vor der Tür steht. Schließlich kosteten sie Geld. Ironie aus. Eher ist zu befürchten, dass wieder tausende Katzen ausgesetzt werden, wenn sie plötzlich Steuern kosten. Und was werden sie fressen, wenn ihnen niemand mehr ihr tägliches Schälchen Whiskas vor die Nase stellt? Richtig, Mäuse und Vögel. Wisst ihr, ich würde sogar freiwillig meine Katzensteuer bezahlen, wenn ich wüsste, dass das Geld in Tierheime oder meinetwegen in Vogelschutzprojekte investiert wird. Aber wie jede Steuer würde sie in einem unübersichtlichen großen Topf landen, aus dem weiß-der-Geier-was bezahlt wird. Im harmlosesten Fall sind es die nächsten hässlichen Wohnblöcke, mit denen die Stadt Potsdam in letzter Zeit jede freie Fläche zupflastert. Bäume und Brachflächen, wo zahlreiche Vögeln und kleine Tiere leben, müssen dann natürlich weg. Na toll. Damit zahle ich als Katzenhalterin mit meiner Katzensteuer letztendlich für die Vernichtung von Vögeln – und zwar, ohne dass meine Miezie sie appetitlich auf der Fußmatte drapiert. Schweinerei ;).

nachgedacht

Über Menschenhass und Nazikeulen

Kein Wunder, dass Deutschland immer mehr polarisiert und gespalten wird, wenn wir mit krassen Worten wie „Hass“, „Hetze“, „Nazi“, „Krieg“, „Terror“, „rechtsradikal“, „linksradikal“, „Pack“ etc. rumschmeißen, als wäre es Konfetti 🙁. Mir fällt so spontan das Wort „Menschenhass“ ein, dass immer mal im Zusammenhang mit AfD und der Flüchtlingskrise durch die sozialen Netzwerke geistert. Dabei gibt es eigentlich nur 3 Gruppen, denen man wirklich M…enschenhass unterstellen könnte: 1. krankhafte Misanthropen, 2. Radikale Ökos, die am liebsten die Menschheit um 90% dezimieren würden, damit sich die Flora und Fauna des Planeten wieder erholt, 3. Aliens, die uns plattmachen und sich die Erde unter den Nagel reißen wollen 😉. Ich gebe zu, ich habe auch meine Momente, wo ich die Menschheit Scheiße finde. Aber etwas ab und an Scheiße zu finden oder jemanden nicht leiden zu können, ist nicht gleich Hass. Hass ist laut Duden und Wikipedia „eine menschliche Emotion scharfer und anhaltender Antipathie. Ausgehend von der Fähigkeit zu intensiven negativen Gefühlen wird der Begriff auch im übertragenen Sinne verwendet und steht allgemein für die stärkste Form der Abwendung, Verachtung und Abneigung … oft mit dem Wunsch verbunden, den Gehassten zu vernichten.“ Hetze bezeichnet „die Gesamtheit unsachlicher, gehässiger, verleumderischer, verunglimpfender Äußerungen“, mit dem Ziel, Hass zu erzeugen. Was „Nazi“, im ursprünglichen Sinn des Wortes bedeutet, brauche ich wohl nicht zu erklären. Trotzdem hat fast jeder, der z.B. in der Flüchtlingsfrage nicht ganz Merkel-konform ist, irgendwann mal von irgendwem eins mit der Nazi-Keule übergezogen bekommen. http://fudder.de/antwort-auf-einen-hasskommentar-von-einer-mutter-aus-syrien Die „Gegenseite“ (AfD, Pegida & Co.) ist natürlich kein Stück besser, wenn sie alle Flüchtlinge als potenziell kriminelle, Frauen betatschende „Wirtschaftsasylanten“ über einen Kamm scheren. Kein Wunder, dass es kaum noch möglich ist, sachlich und vernüftig über Politik zu diskutieren, weil zu viele Leute offenbar noch noch schwarz und weiß sehen 🙁.

erlebt

UNGLAUBLICH! Katze nimmt Form eines Himmelskörpers an!

 „Potsdam, 15.01.2017: Das erstaunliche Talent von Hauskatze Miezie (12) aus Potsdam West ist rein zufällig bei einem Fotoshooting entdeckt worden. Ihre Fähigkeit, sich in eine perfekte Kugel zu verwandeln und diese Form sogar über Stunden hinweg zu halten, faszinierte Fotografen und Besitzer. Und nicht nur das: Wenn Miezie ihr akkrobatisches Meisterstück vorführt, weist sie eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem kürzlich entdeckten Exoplaneten Felina-x39-77 auf. Das äußerst wandlungsfähige Tier ist deshalb als erste Katze der Welt von der Deutschen Astronomiegesellschaft zum Planetoiden Ehrenhalber gekürt worden. Teilt die ergreifende Geschichte von ‚Planet Miezie‘, um zu zeigen, dass wirklich jeder ALLES werden kann.“ Was meint ihr: Würde heftig.co diesen Artikel nehmen? 😉       

erlebt

Istanbul :(

Es macht mir Angst. Nach Paris und Brüssel trifft es wieder und wieder eine Stadt, wo ich vor nicht allzu langer Zeit dienstlich unterwegs war und eine tolle Zeit verbracht habe. Mir läuft es eiskalt den Rücken herunter, wenn ich daran denke, dass ich vor etwas mehr als 3 Jahren noch auf dem selben Platz gestanden habe, wo sich am 12. Januar 2016 ein irrer Islamist in die Luft gesprengt und 10 Menschen in den Tod gerissen hat. Ich erinnere mich an eine riesige pusierende Stadt voller Leben, mit sehr fotogenen alten byzantinischen Gebäuden … an leckeren türkischen Tee, den ich mit netten Einheimischen in einem namenlosen kleine Café getrunken habe … die Unmengen herrenloser Katzen, die ich jeden Abend gefüttert habe … und natürlich an die Tagung im 10. Stockwerk eines schicken Hotel mit einem atemberaubenden Rundumblick über die Stadt … und dass das Hotel in diesem heruntergekommen Hafenviertel völlig deplatziert war. Das einzige, das mir den Trip vielleicht ein ganz klein wenig vermiest hat, was das Wetter. Aber in Zukunft können wir wohl froh sein, wenn es in unserem Urlaub nur regnet und nicht Bomben hagelt 🙁. Mein tief empfundenes Beileid an die Opfer der Terroranschläge von Istanbul und ihre Familien!