Kategorie: nachgedacht

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Die Seifenblase, in der wir leben

Kaum zu glauben – ausgerechnet ich schreibe einen Blogbeitrag zu einem Song von Katy Perry. Ich, die schon mit 16 der Meinung war, dass die Mainstream-Popmusik seit Mitte der Neunziger für die Mülltonne ist (von ein paar Ausnahmen wie Bonjovi, Roxette oder Meatloaf abgesehen – aber das waren auch alles Relikte aus den 80ern). Ich, die ihren MP3-Player fast ausschließlich mit Metal und Celctic-Mystery-Zeugs vor dem Verhungern gerettet hat. Nun befasse ich mich ernsthaft mit einem Song von Katy Perry. Daran ist natürlich ein Mann schuld ;). Mein Verlobter, der eines Tages mit einem Ohrwurm nachhause kam: „Irgendsoein neues Lied von Katy Perry, die dudeln das bei mir auf Arbeit mindestens fünf Mal am Tag, ich versteh nur ‚piep, piep‘ und ‚dance, dance‘.“ Er hatte diesen Eindruck nicht etwa, weil sein Englisch unter aller Sau wäre (ist es nicht), sondern weil das eben so ein typischer Popsong ist, bei dem man nicht so genau hinhören muss. Dachten wir jedenfalls. Dann sind wir zufällig auf den Songtext gestoßen und waren positiv überrascht, dass es gar nicht um Partys oder eine verkorste Liebesbeziehung geht. Es geht um nicht weniger als den gruseligen Status Quo der westlichen Gesellschaft: Wir leben in einer Blase, die jeden Moment platzen kann. Vielleicht sind wir die letzte Generation, die noch ein „normales“ Leben führen darf, Party machen darf, auf dem Vulkan tanzen, bevor er hoch geht … Natürlich hoffen wir, dass wir nicht mehr mitbekommen, wie er hochgeht. Dass dieser Tag selbst für unsere Kinder noch fern ist. Aber wir wissen tief im Inneren, dass es passieren kann, paasieren wird. Der Klimawandel scheint kaum noch aufzuhalten, Plastikmüll überschwemmt die Weltmeere, Islamisten zündeln an jeder Ecke, Menschen verhungern in Afrika, Kinder schuften unter unsäglichen Bedingungen für unsere KiK-T-Shirts. Unsere komfortable Blase schützt uns schon lange nicht mehr vor diesen bedrohlichen Fakten – jedenfalls nicht immer. Aber meistens können und wollen wir nicht darüber nachdenken, weil Job und Familie unsere Hirnkapazität zu fast 90% auffressen und der Rest für die Planung von Urlaub und Partys gebraucht wird. Der weiße Zaun um das Spießerparadies wird mit den Jahren immer enger. Wir sind gefangen im sogenannten normalen Wahnsinn, gebunden an den Rhythmus wo man leider mit muss. Das Video zeigt uns Menschen in retro-futuristischen, grellbunden Outfits, die wie ferngesteuerte grinsende Zombies durch eine Art Freizeitpark taumeln, während pastellfarbene Einfamilien-Häuschen an einem Kettenkarussell durch die Luft gewirbelt werden. Zuckerwatte hat die Form von Atompilzen, alles ist Unterhaltung und Spaß und passt damit zum heutigen Zeitgeist. Der Clip ist schräg und durchaus künstlerisch, manchmal sogar unterschwellig verstörend – aber so inszeniert, dass man ihn nicht ernst nehmen kann. Lieder scheint auch Katy Perry an ihren eigenen Rhythmus gekettet zu sein, denn wenn dieser Song beweisen soll, das tiefgründige Lyrics und Disco-Pop zusammenpassen, ist das Experiment leider gescheitet. Der Rhythmus hält den Text gefangen, so dass er keine Chance hat, seine Wirkung zu entfalten. Oder erst in einer guten Cover-Version, von einer Sängerin, die nicht die Hälfte aller Silben verschluckt. Doch warum versteckt man einen tiefgründigen Songtext in einem – wie meint Freund so schön sagt – „Piep-Piep-Lied“? Hat Katy Perry etwa Angst vor ihrer eigenen Courage bekommen? Oder haben sie und ihre Songschreiber gehofft, dass subversive Botschaften am besten durch Disco-Beats ins Hirn gehämmert werden? Wenn das Hirn nach dem fünften Caipi noch aufnahmefähig ist, könnte das eventuell funktionieren.   Hier geht’s zur deutschen Übersetzung: http://www.songtexte.com/uebersetzung/katy-perry/chained-to-the-rhythm-deutsch-5bd617f0.html        

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Brauchen wir noch mehr Verbote?

„Ich will Verbote!“ forderte neulich ein hochintellektueller, vor weinerlicher Selbstkritik nur so strotzenden Artikel aus der ZEIT (http://www.zeit.de/2017/07/konsumverhalten-nachhaltigkeit-vernunft-verschwendung-bequemlichkeit).  Aber wozu braucht unsere Gesellschaft noch mehr Verbote? Haben wir nicht schon genug? Machen die überhaupt alle Sinn? In Potsdam ist es zum Beispiel verboten, einen Chihuahua ohne Maulkorb in öffentlichen Verkehrsmitteln mitzunehmen. Wegen der Vogelgrippe ist es mir seit drei Wochen verboten, meine Katzen rauszulassen, obwohl nicht eindeutig wissenschaftlich bewiesen ist, dass Katzen oder Hunde das H5N8-Virus übertragen – oder wie die Übertragung generell funktioniert. Hauptsache, man hat eine Gängel-Verordnung rausgehauen, um das eigene Gewissen zu beruhigen, weil man nicht die Eier hat, dem ursächlichen Problem auf den Grund zu gehen. Millionen Enten, Hühner und Gänse werden in qualvoller Massen-Tierhaltung zusammengepfercht, sind geschwächt und dementsprechend anfällig für Krankheiten wie die Vogelgrippe (die von mehreren Millionen Wild- und Zugvögeln bisher nur ein paar Hundert erledigt hat, falls das irgendjemandem aufgefallen sein sollte). Trotzdem wird mit dem Finger auf Wildvögel und Katzen gezeigt, während in den Mastställen die Seuche unvermindert weiter grassiert und verseuchter Hühnermist auf die Felder gekippt wird. Aber um sich mit der massentierhaltenden Geflügelindustrie anzulegen, sind unsere Politiker offensichtlich zu bequem. Genau darum geht es in diesem Artikel – Bequemlichkeit. Der Autor – ich lasse jetzt meinen Vorurteilen frei Lauf – wahrscheinlich öko-linker Hipster in einer post-pubertären Sinnkrise, maximal 29 Jahre alt, hofft heimlich auf eine Stelle als Senior-Praktikant in der Lifestyle-Redaktion und würde sich am liebsten selbst auspeitschen, weil er ausnahmsweise einen Plastik-verpackten Fertigsalat mit einer Plastik-Gabel gemampft hat. Davor war es – Oh mein Gott! – eine Currywurst in der Kantine. Ich denke daran, was ich heute in der Kantine gegessen habe, und müsste mich jetzt eigentlich selber durch den Fleischwolf drehen, weil ich mir kein selbst gekochtes Bio-Essen mitgebracht habe. Leider habe ich dazu keine Lust ;). Denn während unser Weltschmerz-geplagter Nachwuchs-Autor die Bequemlichkeit von Otto-Normalverbraucher anprangert, weil der sich jeden Tag seine plastik-verpackte Mikrowellen-Suppe reinschüttet, erwähnt er die eigentlichen Verursacher des westlichen Konsumterrors mit keinem einzigen Wort. Kein Wunder, es ist ja auch bequemer, dem Bürger Verbote aufzudrücken, als einem global operierenden Konzern. In einem Punkt gehe ich allerdings mit: es gibt eindeutig zu viel Müll auf der Welt. Auch geistigen – und dazu zählt für mich dieser Artikel. „Liebe Angela Merkel, lieber Staat, liebe EU, liebe Weltregierung, ich fordere euch hiermit auf: Verbietet mir, was ich gerne haben möchte, aber besser nicht haben sollte …“ Ja, sind wir denn Babys, dass man uns das Denken abnehmen muss, weil wir keine eigenen Entscheidungen treffen können? Und wer soll sie dann für uns treffen? Politiker, die mitverantwortlich sind, dass tonnenweise Lebensmittel weggeschmissen werden, weil sie irgendwelchen schwachsinnigen EU-Normen nicht entsprechen? Politiker, die fragwürdige Gesetze wie die Geflügelpest-Verordnung erlassen, wodurch hunderttausende Enten, Gänse und Hühner sinnlos geschlachtet werden? Oder „schlaue“ Leute wie dieser Autor? „Macht Ökostrom zur Pflicht!“, fordert er. Jawoll, die Vögel, die durch Windräder geschreddert werden, die Fische, die das Abwasser aus chinesischen Solarzellen-Fabriken schlucken dürfen und die Pflanzen, die für sogenannten Biosprit zermatscht werden, freuen sich jetzt schon. Ich streite nicht ab, dass die meisten Menschen faule, bequeme Kreaturen sind und wir Konsumenten mehr Verantwortung übernehmen sollten. Aber das Hauptproblem ist m.E. nicht der Endkonsument, der mal aus Bequemlichkeit einen fertig verpackten Salat oder Coffee to Go mitnimmt – sondern die Konzerne, die so etwas überhaupt herstellen. Oder hat irgendjemand Kaffeekapseln vermisst, bevor sie von Senseo auf den Markt geschmissen wurden? Hat sich irgendjemand einzeln verpackte Schoko-Pralinen gewünscht? Wer nicht ausschließlich beim Bio-Bauern um die Ecke kauft, kann (Plastik)-Müll leider kaum vermeiden – selbst wenn man es möchte. Ich finde das auch scheiße und ich trenne meinen Müll, weil es mir wenigstens ein bisschen gutes Gefühl gibt, was für die Umwelt getan zu haben. Ob wohl ich mal gehört habe, dass dieser sorgfältig getrennte Müll am Ende auch nur zusammengekippt und verbrannt wird 🙁. Mir wäre es viel lieber, ich hätte gar keinen Müll zum trennen. Meine Mutter ist noch mit dem Einkaufnetz und der Milchkanne in den nächsten Tante-Emma-Laden gegangen, Wurst und Käse wurden in Papier und alten Zeitungen verpackt. Geht doch auch! Wenn die Supermärkte keine Plastiktüten, sondern nur noch Stoffbeutel anbieten würden, gebe es schon viel weniger Plastikmüll, ohne dass man die Kunden gängeln müsste. Wenn der Konsum nicht ständig durch aggressive Werbung, „Sollbruchstellen“ in technischen Geräten etc. künstlich angeheizt würde, käme niemand auf die Idee, irgendwas zu kaufen, was er gar nicht braucht oder WIRKLICH haben will. Natürlich wäre es für Tiere und Umwelt besser, wenn wir weniger Fleisch essen. Aber selbst Vegatarier und Veganer haben keinen Grund, sich moralisch aufs hohe Ross zu setzen, angesichts der vielen Kleintiere, die auf Getreide- oder Gemüse-Feldern durch Entemaschinen und Pestizide gekillt werden. Das Schlimme ist: Wir haben heutzutage kaum noch die Möglichkeit, ethisch zu konsumieren. Irgendein menschen- oder tierfeindlich hergestellter Dreck schleicht sich immer dazwischen – und meistens bemerken wir es nicht einmal. Wir beruhigen unser Gewissen mit Fair gehandeltem Bio-Kaffee, den wir in der Büro-Kaffeemaschine kochen, wovon zumindest Einzelteile in China hergestellt wurden, während der Strom aus dem Atomkraftwerk kommt. Das soll jetzt kein Aufruf sein, weiterhin jeden Mist zu konsumieren und sich mit Fleisch aus Massentierhaltung vollzustopfen, weil wir ja sowieso nix ändern können. Der Boykott bestimmter Produkte wie Billig-Kaffee oder Plastiktüten ist sicherlich ein Anfang – aber erst mal nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Damit können wir symbolische Zeichen setzen, die vielleicht irgendwann was bewirken, wenn genug Leute mitmachen. Wären Einwegbecher, Plastik-Gabeln, Kaffeekapseln und zu viel Autoverkehr unsere einzigen Probleme, könnten wir mit einem bewussteren Konsumverhalten tatsächlich die Welt retten. Ein weitaus schlimmeres Übel dürfte jedoch die umweltzerstörende Billigproduktion im Ausland sein. Aber um die zu boykottieren und statt dessen was Hochwertiges zu kaufen, braucht man erst mal das nötige Kleingeld. Nachhaltigkeit, wenn man sie ernsthaft leben will, ist ein Luxus. Erzählt mal einem Hartz-IV-Empfänger oder Geringverdiener, dass er seine Klamotten nicht bei Kik kaufen darf, weil die von Kindern in Bangladesh zusammen getackert werden, nachdem man ein paar Hektar Regelwald für die Baumwolle abgeholzt hat. Er wird sagen: „Dann sorgt erst mal dafür, dass ich nicht mehr jeden Cent umdrehen muss.“ Außerdem habe ich mir auch schon teure, vermeintlich hochwertige Klamotten geleistet, die trotzdem nach spätestens fünf Jahren auseinander gefallen sind. Muss doch nicht sein – Omas Trachten wurden sogar an die nächsten Generationen vererbt! Da sind sie wieder, unsere drei Probleme: Künstlich angeheizter Konsum; Die Schere zwischen Arm und Reich, die verhindert, dass ein Großteil der Menschen sich fair gehandeltes Bio-Zeug überhaupt leisten kann; Konzerne verkaufen uns Müll. Mit einem Wort: Kapitalismus. Wirtschaft – auch soziale Markwirtschaft – kann durchaus mit weniger Konsum funktionieren. Globaler Kapitalismus nicht. Deshalb besteht der einzige Weg, diesen Planeten zu retten, nicht in kleinlichen Verboten – sondern darin, Kapitalismus und sinnloses Wachstum einzudämmen.

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Kriminelle Ossis abschieben?

Schön, dass es Facebook-Seiten gibt, die Pegida und Co. durch den Kakao ziehen. Ich hätte auch kein Problem mit einer Seite, die sich einfach nur über Ossis lustig macht. Aber m.E. ist die Grenze von Satire zu Hetze hier längst überschritten: https://www.facebook.com/KriminelleOssisAbschieben/?fref=nf. So was muss ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung Deutschlands echt nicht sein . Aber Teile und Herrsche hat schon im alten Rom bestens funktioniert, weil es immer wieder Idioten gibt, die das unterstützen . Falls ich mich jemals zu einer Bewertung herablassen sollten, sieht sie wohl so aus: ————————— „Ich bin erleuchtet von dieser Seite – ehrlich! Aus rein wissenschaftlichem Interesse bin ich immer interessiert an ungefilterten Meinungen – und eure sind wirklich herrlich ungefiltert! Das ist mal richtig erfrischend bei der ganzen Lügenpresse da draußen. Vor allem, wenn man, wie ich, aus dem Osten kommt und jahrelang hinter der Mauer eingesperrt war.    In dem braunversifften Zonenkaff, wo ich zur Zeit wohnhaft bin, haben es kürzlich erst wieder 15 (!) unverbesserliche Pegida-Deppen gewagt, sich 300 (selbstverständlich aus dem Westen zugezogenen ) Anhängern von „Potsdam bekennt Farbe“ entgegen zu stellen. Unglaublich, oder? Alles voller Nazis im Osten . Um dem ganzen Mist für ein paar Tage zu entkommen, bin ich gerade auf dem Weg nach Amsterdam, wo es nix Braunes gibt außer Zwarten Pieten und riesigen Hundehaufen. Außerdem tut so ein Abstecher zum Coffee Shop immer gut. Unser Crystal Meth ist ja auch nicht mehr das, was es mal war, und leisten kann sich das Zeug eh keiner mehr. Schande! Früher hat man es für 20 DDR-Pfennige nachgeschmissen gekriegt. Aber wird ja alles teurer, was wohl nicht zu vermeiden ist, wenn ein paar Millionen Ossis 25 Jahre lang die Staatskasse plündern, gell? 😉 Und weil ich – wie alle Ossis – geizig bin, gebe ich eurer Seite nur 2 Sterne. Leider habt ihr es bisher nicht geschafft, Satire so zu verpacken, dass es selbst der letzte Hinterwäldler aus BaWü oder MeckPomm als solche erkennt (Extra 3 oder Postillion anschauen und lernen, sag ich da nur). Schade, dass viele eurer Follower den geistigen Horizont von Ekel Alfred zu haben scheinen und eure „Satire“ hier für bare Münze nehmen. 🙁 Außerdem bin ich schwer enttäuscht, weil ich bisher angenommen hatte, Wessis könnten sich benehmen. Aber was hier den lieben langen Tag an hohlen Stammtisch-Phrasen gedroschen, geprollt und beleidigt wird, kann ich auch in der nächsten Berliner Herta-Kaschemme haben. Dort gibt’s wenigstens Bier .“ Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es Sinn macht, dort zu posten. Die Typen machen mir nicht den Eindruck, als ob sie Kritik vertragen oder ne zivilisierte Diskussion führen können. Eher werde ich dann als „Ost-F***ze“ oder dergleichen beschimpft, denn das ist leider der normale Umgangton dort. .  

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Das Katzensteuer-Bullshit-Bingo

Oh Mann, da haben wir gerade erst Mitte Januar und stecken schon tief im Sommerloch – jedenfalls, wenn man sich so manche „heiß diskutierten“ Themen anschaut. Deshalb, liebe Leute, dürfen wir nicht länger die Augen davor verschließen, dass dieses Land – und nicht nur dieses – ein Problem hat. Ein Problem, das die Gemüter bis kurz vorm Krieg hochkochen lässt. Vergesst die Flüchtlingskrise, Trump, Brexit und den Euro-Rettungsschirm, denn das ist alles nicht der Rede wert, wenn 13 Millionen gefährliche Raubtiere unkontrolliert durchs Land streifen und alles meucheln, was ihnen vor die Klauen kommt. Ihr habt richtig gelesen: 13 Millionen. Katzen. Und die fressen bekanntlich ihren Besitzern die Haare vom Kopp. Das allein würde neben der Katzensteuer auch die Glatzensteuer rechtfertigen. Genau, Katzensteuer. Dass einzelne FAZ- und FOCUS-Schreiberlinge ihren Frust über die Katzenscheiße im Blumenbeet loswerden müssen, kann man ja noch verstehen. Dass aber GRÜNEN-Politiker ernsthaft darüber nachdenken … überrascht eigentlich auch nicht wirklich. GRÜNE kommen immer schnell ins Sabbern, wenn von Gängeleien und  Strafabgaben die Rede ist – vor allem gegen Dinge, die Spaß machen. Selbstverständlich braucht man für jede Steuer eine Begründung und ein „Tut uns Leid, die Kommunen sind pleite und irgendwoher müssen die Mäuse für die nächste Elbphilharmonie ja kommen“ wäre viel zu ehrlich und direkt. Also lasst uns eine Runde Katzensteuer-Befürworter-Bullshit-Bingo spielen – und wir werden schnell dahinter kommen, dass die meisten dieser „Argumente“ weniger wert sind, als das, was man in einem Katzenklo findet: „Katzen sind Killer und dezimieren ganze Singvogelarten“ Ja, Katzen sind Raubtiere. Sie fangen Mäuse und Ratten (was in der Regel erwünscht ist) und leider manchmal auch seltene Vögel. Das kann in sensiblen Ökosystem, z.B. auf einer Insel, tatsächlich dazu führen, dass ganze Arten verschwinden (http://www.spektrum.de/wissen/schaden-katzen-unserer-vogelwelt/1356773 ). Aber hinter dem Luftverkehr, dem Klimawandel, den von den Grünen so gepriesenen Windrädern und vor allem der industriellen Landwirtschaft dürften die Miezis einen eher unscheinbaren Platz auf der Vogelkiller-Toplist einnehmen (https://www.welt.de/wissenschaft/article157075062/Das-globale-Vogelsterben-ist-ein-boeses-Vorzeichen.html). „Wir müssen gegen das Katzenproblem steuern. Deshalb Steuern.“ Nein, da hilft keine unsinnige Steuer, sondern nur Kastration. Ein „Katzenproblem“ entsteht in erster Linie durch herrenlose Streuner, sie sich unkontrolliert vermehren. Und wer bitte zahlt für die Steuern? Dieser Staat sollte eine Schwachsinns-Steuer einführen, dann käme wenigstens ordentlich Geld in die Kassen. „Katzen kacken alles voll.“ Aber in der Regel buddeln sie ihre Hinterlassenschaften ein und scheißen nicht mitten auf den Gehweg. Außerdem sind viele Katzen in Deutschland reine Stubentiger – kacken also im schlimmsten Fall auf Mamas neuen Flokati. Ausschließlich Freigänger zu besteuern, ließe sich wohl kaum umsetzen oder kontrollieren. „Hundehalter müssen doch auch Steuern zahlen. Das ist diskriminierend.“ Ja, ist es. Deswegen gehört auch die Hundesteuer abgeschafft. Wenn Hundehalter nicht fähig sind, ihren Wuffi richtig zu erziehen, oder zu faul, seine Scheiße wegzuräumen, hilft dagegen auch keine Steuer, sondern höchstens ein Hundeführerschein. Selbst sogenannte Kampfhunde sind normalerweise sehr liebe und treue Tiere, wenn sie nicht scharf gemacht werden. Trotzdem werden automatisch höhere Steuern für sie verlangt. Man sollte sich bewusst sein, dass die Hundesteuer im 19. Jh. als eine Art Luxussteuer eingeführt wurde – und nicht etwa mit dem Ziel, die Zahl potenziell gefährlicher Tiere gering zu halten, wie es uns heute gern weisgemacht wird. Sie ist also vollkommen überholt. „In Deutschland gibt es fast doppelt so viele Katzen wie Hunde, weil wir keine Katzensteuer haben.“ Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass Hunde in der Haltung ganz schön aufwändig sind: Man muss sie erziehen, mehrmals am Tag bei Wind und Wetter Gassi führen, kann sie nicht lange alleine lassen … dafür hat einfach nicht jeder Zeit und Lust. „Eine Katzensteuer könnte dazu beitragen, dass die Leute sich verantwortungsbewusster für eine Katze entscheiden und sie nicht leichtfertig aussetzen. Schließlich kostet sie dann Geld.“ Alles klar. Die KfZ-Steuer verhindert auch jeden Tag, dass jugendliche Raser mit Tempo 80 durch Wohngebiete brettern, erst die Oma mit dem Rollator plattfahren, um kurz darauf selbst am Baum kleben zu bleiben. Schließlich kostet die Karre Geld. Und natürlich werden niemals Hunde vorm Kaufland „vergessen“, weil der nächste Urlaub vor der Tür steht. Schließlich kosteten sie Geld. Ironie aus. Eher ist zu befürchten, dass wieder tausende Katzen ausgesetzt werden, wenn sie plötzlich Steuern kosten. Und was werden sie fressen, wenn ihnen niemand mehr ihr tägliches Schälchen Whiskas vor die Nase stellt? Richtig, Mäuse und Vögel. Wisst ihr, ich würde sogar freiwillig meine Katzensteuer bezahlen, wenn ich wüsste, dass das Geld in Tierheime oder meinetwegen in Vogelschutzprojekte investiert wird. Aber wie jede Steuer würde sie in einem unübersichtlichen großen Topf landen, aus dem weiß-der-Geier-was bezahlt wird. Im harmlosesten Fall sind es die nächsten hässlichen Wohnblöcke, mit denen die Stadt Potsdam in letzter Zeit jede freie Fläche zupflastert. Bäume und Brachflächen, wo zahlreiche Vögeln und kleine Tiere leben, müssen dann natürlich weg. Na toll. Damit zahle ich als Katzenhalterin mit meiner Katzensteuer letztendlich für die Vernichtung von Vögeln – und zwar, ohne dass meine Miezie sie appetitlich auf der Fußmatte drapiert. Schweinerei ;).

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Über Menschenhass und Nazikeulen

Kein Wunder, dass Deutschland immer mehr polarisiert und gespalten wird, wenn wir mit krassen Worten wie „Hass“, „Hetze“, „Nazi“, „Krieg“, „Terror“, „rechtsradikal“, „linksradikal“, „Pack“ etc. rumschmeißen, als wäre es Konfetti 🙁. Mir fällt so spontan das Wort „Menschenhass“ ein, dass immer mal im Zusammenhang mit AfD und der Flüchtlingskrise durch die sozialen Netzwerke geistert. Dabei gibt es eigentlich nur 3 Gruppen, denen man wirklich M…enschenhass unterstellen könnte: 1. krankhafte Misanthropen, 2. Radikale Ökos, die am liebsten die Menschheit um 90% dezimieren würden, damit sich die Flora und Fauna des Planeten wieder erholt, 3. Aliens, die uns plattmachen und sich die Erde unter den Nagel reißen wollen 😉. Ich gebe zu, ich habe auch meine Momente, wo ich die Menschheit Scheiße finde. Aber etwas ab und an Scheiße zu finden oder jemanden nicht leiden zu können, ist nicht gleich Hass. Hass ist laut Duden und Wikipedia „eine menschliche Emotion scharfer und anhaltender Antipathie. Ausgehend von der Fähigkeit zu intensiven negativen Gefühlen wird der Begriff auch im übertragenen Sinne verwendet und steht allgemein für die stärkste Form der Abwendung, Verachtung und Abneigung … oft mit dem Wunsch verbunden, den Gehassten zu vernichten.“ Hetze bezeichnet „die Gesamtheit unsachlicher, gehässiger, verleumderischer, verunglimpfender Äußerungen“, mit dem Ziel, Hass zu erzeugen. Was „Nazi“, im ursprünglichen Sinn des Wortes bedeutet, brauche ich wohl nicht zu erklären. Trotzdem hat fast jeder, der z.B. in der Flüchtlingsfrage nicht ganz Merkel-konform ist, irgendwann mal von irgendwem eins mit der Nazi-Keule übergezogen bekommen. http://fudder.de/antwort-auf-einen-hasskommentar-von-einer-mutter-aus-syrien Die „Gegenseite“ (AfD, Pegida & Co.) ist natürlich kein Stück besser, wenn sie alle Flüchtlinge als potenziell kriminelle, Frauen betatschende „Wirtschaftsasylanten“ über einen Kamm scheren. Kein Wunder, dass es kaum noch möglich ist, sachlich und vernüftig über Politik zu diskutieren, weil zu viele Leute offenbar noch noch schwarz und weiß sehen 🙁.

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Bitte, Oma! Lösch endlich das Internet!

Erinnert sich noch jemand an die Werbung, wo Oma in Panik beim Radio anruft und sagt „Hilfe, ich habe das Internet gelöscht!“ Manchmal wünschte ich echt, sie hätte es getan. Denn was dort an Hass abgesondert wird und wie wenig dazu gehört, um sofort unter der Gürtellinie angemacht zu werden, ist einfach nur zum Kotzen! Wenn du klar stellst, dass nicht „die Flüchtlinge“ den Terror nach Europa gebracht haben, bist du ein dämlicher Gutmensch. Wenn du meinst, dass die Regierung erst mal an das eigene Volk denken sollte, bevor sie ein paar Millionen Fremde reinlässt, weil wir sonst enden wie Schweden, bist du ein empathieloses Arschloch. Wenn du meinst, dass der IS durchaus mit dem Islam zu tun hat, bist du gleich ein Pegidiot (egal, mit wie viel Koran-Suren du das belegen kann). Und wenn du dich gar entschieden hast, keine Kinder in diese kaputte Welt zu setzen, bist du eine „widerliche Kinderhasserin“ (heute wortwörtlich so gelesen – dabei hat die Frau wirklich nichts kinderfeindliches gepostet). Zur Zeit habe ich den Eindruck, die Menschheit verwandelt sich in eine – wie Prof. McGonnagal aus Harry Potter so schön sagt – „brutale blindwütige Bande von Brüllaffen“. Jedenfalls im Internet. Kaum einer nimmt sich noch die Zeit, die Postings anderer richtig zu lesen – es braucht nur irgendein Zungenschlag drin sein, der nicht passt, schon wird drauf los gehatet . Nicht genug, dass fast jeden Tag irgendwo in der Nähe ein Terroranschlag passiert – wie zuletzt in Berlin. Die Leute müssen sich auch noch so benehmen, als ob sie sich gleich gegenseitig die Köppe einschlagen . Ich fürchte, was im Internet anfängt, geht irgendwann auf der Straße weiter. Ich fürchte auch manchmal, im Internet fängt es an und geht irgendwann auf der Straße weiter: Weil sich viele Leute einbilden, anomym zu sein und i.d.R. keine Konsequzen fürchten müssen, lassen sie online die Sau raus (was sie im realen Leben z.Z. nicht wagen würden). Das zeigt aber leider, wie sie wirklich ticken .

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MU-SS Nazis jagen!

Was bin ich doch „stolz“, im Land der Verschwörungsfreaks und unterbeschäftigten Nazi-Jäger zu leben ;). Zugegeben, die Verwendung eines verbotenen KfZ-Kennzeichens in einem Werbespot ist schon enorm peinlich und wird für die Agentur sicher ziemlich teuer, wenn sie erst mal abgemahnt werden. Trotzdem, liebe Kollegen Politikwissenschaftler und Extremismusforscher, ihr könnt langsam aufhören zu hyperventilieren und mal in Ruhe nachdenken: 1) Meint ihr tatsächlich, dass EDEKA oder die beauftragte Werbeagentur sich ernsthaft mit diesem ganzen Nazi-Verschwörungsmist auseinander gesetzt haben? Angesichts der Vielfalt von rechten Geheimsymbolen etc. (https://de.wikipedia.org/…/Rechtsextreme_Symbole_und_Zeichen) ist es für Otto-Normalverbraucher leider kein Kunststück, irgendwas davon aus Versehen zu verwenden.  2) Angenommen, es sitzt tatsächlich ein kleiner Nazi-Praktikant in der Agentur, der uns mit diesem Spot was-auch-immer unterjubeln will … Wäre der- oder diejenige wirklich so doof, das eindeutig verbotene SS-Kennzeichen zu verwenden, Polizei und Verfassungsschutz mit der Nase auf seinen Arbeitgeber zu stoßen und damit zu riskieren, dass er seinen Job verliert? Solche Fehler macht doch eher jemand, der von der Materie null Ahnung hat. 3) Ist es nicht der Zweck dieser Codes, dass Nazis einander erkennen, ohne verbotete Floskeln wie „Heil Hitler“ zu verwenden? Was haben also Nazi-Codes in einem öffentlich ausgestrahlten Werbespot zu suchen, wo die Öffentlichkeit damit gar nichts anfangen kann? Es sei denn, wir haben alle einen Trigger im Kopf, dass wir beim Anblick einer 84 auf einem Nummernschild sofort wie die Zombies losmarschieren, um das nächste Flüchtlingsheim anzuzünden … ;). Was meint ihr denn, was als nächstes passiert? Die Werbeagentur wird versuchen, irgendwie aus der Nummer rauszukommen und ein Bauernopfer zu finden. Das heißt, eine womöglich unschuldige Person verliert wahrscheinlich ihren Job .  

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WTF … Trump?!? Es überrascht leider nicht wirklich

Jetzt, da sich der erste Schock gelegt hat, muss ich sagen: Überrascht war ich schon von Trumps Wahlsieg – trotzdem wundert es mich nicht wirklich. Überrascht war ich, dass ein Mann gewinnen konnte, den die eigene Partei verachtet, der ein TV-Duell nach dem anderen vergeigt hat und der bei fast allen Umfragen hintern seiner Konkurrentin lag (wenn auch knapp). Jetzt werden plötzlich alle auf Facebook, Twitter & Co. zu edlen Rittern der Demokratie und regen sich auf, wie bekloppt die Amis sind. Die Selbstkritischeren fragen sich noch besorgt, ob wir in Deutschland 2017 genauso bescheuert wählen und dann unseren eigenen Trump an der Backe haben. Nun finde ich zwar, dass die ganzen Trump-AfD-Vergleiche hinken. Die Mentalität und das Wahlsystem der Amis unterscheiden sich doch sehr von europäischen Verhältnissen. Ich rechne damit, dass die AfD in den Bundestag einzieht und dass es dann für die restlichen Parteien sehr schwierig wird, die Koalition zu bilden, die auch funktioniert. Aber einige Panikmacher sehen wohl schon Frauke Petry als nächste Bundeskanzlerin. Also, das bezweifle ich doch sehr . Aber es ist leider typisch für die heute übliche Unsachlichkeit, Hetzerei und Schwarzweiß-Malerei, die solche Vögel wie Trump überhaupt erst groß gemacht hat . Ich denke auch, dass Trump ein Desaster ist – für Amerika und vielleicht auch für die Welt. Aber wer jetzt – wieder mal – alles auf den „doofen Wähler“ schiebt, macht es sich definitiv zu einfach. Wer vernünftig wählen soll, braucht erst mal vernünftige Wahlalternativen! Die hatten die Amerikaner dieses Jahr nicht und die sehen viele Leute in Deutschland auch nicht mehr. Wer wählt schon gerne zwischen Pest und Cholera? Hillary mag eine erfahrene und durchaus kompetente Politikerin sein, aber sie ist leider kein Sympathieträger. Dazu vertritt sie außerpolitische Forderungen, die ich z.T. auch ziemlich gruselig finde. Die Parallele, die ich zu Deutschland sehe, ist vor allem die Arroganz des politischen Establishments, die Populisten-Futter vom Feinsten liefert. Denn diejenigen, die das Trumpeltier fett gefüttert haben, waren letztendlich seine politischen Gegner. Aus meiner Sicht haben die Demokraten drei entscheidende Fehler gemacht: 1) Bernie Sanders zu kicken und statt dessen eine Kandidatin ins Rennen zu schicken, von der sie wussten, dass sei nicht besonders populär ist. Die Folge: Sanders-Anhänger und sonstige Liberale, die unter anderen Umständen demokratisch gewählt hätten, haben für chancenlose Third-Party-Kandidaten oder sogar für Trump gestimmt. Einige, die womöglich für Hillary gestimmt hätten (aber ohne große Begeisterung), sind gleich zu Hause geblieben, weil Hillary in den Umfragen immer vorn lag und man dachte „Die gewinnt sowieso“. 2) Das Trump-Bashing der Demokraten und der von ihnen kontrollierten Massenmedien hat wohl genau das Gegenteil erreicht, was es erreichen sollte. Cool bleiben, Popcorn knabbern und live genießen, wie Trump von einem Fettnäpfchen ins andere latscht, bis er sich irgendwann selbst demontiert, wäre sicher wirksamer gewesen, als sich auf sein Niveau herab zu begeben. Außerdem sieht man auch in Deutschland, dass eine Meinung, die von oben als die „einzig richtige“ verkauft wird, letztendlich nur die Proteststacheln reizt. Pro Clinton, pro Merkel, pro Flüchtlinge … wer nicht so denkt, ist laut offizieller Definition ein Arschloch und Reaktionär. Nur blöder Weise gibt es inzwischen ziemlich viele Leute, denen das egal ist – in Amerika wohl noch mehr als bei uns. 3) Last but not least: Der Frust der Unterprivilegierten, Abgehängten und Kapitalismus-Verlierer zu ignorieren. Gabriel bezeichnet sie als „Pack“ und Hillary grinst einfach nur selbstgefällig. Ihr abgehobenes Image wurde sie nie los. Wenn unsere Politiker aus dem Trump-Desaster eins lernen können, dann können sie von den Demokraten lernen … wie man es nicht macht.

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AfD – Wer wählt denn sowas?

Die letzten Erfolge der AfD machen mir Sorgen, sogar ein bisschen Angst – aber es überrascht mich leider nicht im Geringsten. Ich lese hier immer wieder „Un-fucking fassbar, wie konnte das nur passieren? Waren das alles Protestwähler? Wie kann man nur so blöd sein?“ usw. OK, steinigt und entfreundet mich jetzt meinetwegen – aber wir machen es uns zu einfach, wenn wir jetzt voller Verachtung auf die AfD-Wähler spucken, weil die unserer Meinung nach alle doof sind – oder alle rechts. Mit Verachtung und Ausgrenzung sind noch niemals gesellschaftliche Probleme gelöst worden. Egal, wen es trifft. Rechts (oder wenigstens rechts angehaucht) wird ein großer Teil der AfD-Wähler schon sein. Selbst als Protestwähler sucht man sich normalerweise keine Partei, die Ideologisch total neben der eigenen Spur liegt. Doof? Nicht unbedingt. Jedenfalls sagt eine Forsa-Studie von 2014, dass 50-60% der AfD-Sympathisanten Abi oder Hochschulabschluss haben, meistens ältere Männer sind und aus der Mittelschicht kommen. Klingt nicht unbedingt nach den typischen rechts wählenden Hooligan aus der Baumschule . Aber wenn sie nicht blöd sind – warum wählen sie dann AfD? Der Rechtsruck in Deutschland, bzw. die allgemeine Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien, hat vielfältige Ursachen – und denen müssen wir auf den Grund gehen, wenn wir kein zweites 1933 haben wollen. Aus meiner Sicht wären da zum Bleistift: 1) Sogenannte „Reformen“ im Jahr 2005, durchgepeitscht einer bis dahin sozialdemokratischen Partei. Wenn dank Harz IV, Zeitarbeit, Rentenkürzungen etc. ein Großteil der Bevölkerung in Armut fällt, sorgt das natürlich für einen gewaltigen Fruststau und aus der Perspektive vieler Bürger sieht es leider so aus: Bisher war für alles Mögliche kein Geld da – aber für die Flüchtlinge wird es plötzlich locker gemacht (ob das wirklich so ist, sei dahingestellt). 2) Ein Krieg in Syrien, den keiner wirklich versteht – noch nicht einmal die Mehrheit der Syrer, die schon lange nicht mehr wissen, was richtig ist und für wen sie kämpfen sollen. Über die wehrfähigen jungen Männer, die eben aus dem Grund flüchten, heißt es dann von rechter Seite: „Warum bleiben die nicht zu Hause und kämpfen für ihr Land?“ Ich frage mich eher: Warum versucht die internationale Gemeinschaft erst jetzt, diesen Krieg stoppen? Warum nicht schon viel früher? Die Flüchtlingswelle war schließlich absehbar, wenn das so weiter geht, und die meisten Leute verlassen ihre Heimat nicht aus freien Stücken. Wenn ich ganz böse wäre, würde ich fragen: „Wem nützt dieser Krieg?“ 3) Eine Kanzlerin mit dem Rückgrat eines Regenwurms (sorry, aber das musste jetzt sein). Oder glaubt jemand (der kein verzweifelter Syrer ist) noch im Ernst, dass sie diese Migrantenströme letztes Jahr aus purer Herzensgüte „eingeladen“ hat? Erinnert sich irgendwer noch an das Flüchtlingsmädchen, dem Merkel ganz ehrlich gesagt hat, sie könnten nicht alle bleiben? Das gab einen Shitstorm, weil die Kleine vor laufender Kamera in Tränen ausgebrochen ist. Aha … und kurze Zeit später hieß es, Mutti nimmt sie alle auf und „Wir schaffen das“. Jetzt kriegt Mutti ordentlich Gegenwind, weil wir es vielleicht doch nicht schaffen und die Kommunen hoffnungslos überlastet sind … und was tut „Mutti“? Zäune hochziehen und autoritäre Regime zu sicheren Herkunftsländern erklären. Wenn sie gehofft hat, damit der AfD das Maul zu stopfen, ging das gründlich nach hinten los, denn da wählen die Leute doch lieber das „Original“ mit den vermeintlich festen Prinzipien. 4) Die Geister, die Frau Merkel 2015 rief, und die wir offenbar nicht mehr loswerden. Wenn wir es „nur“ mit syrischen Kriegsflüchtlingen zu tun hätten (und andere EU-Staaten mitziehen würden), könnten wir vielleicht mit ruhigem Gewissen sagen „Wir schaffen das“. Aber so wie es aussieht, hat „Muttis“ Appell einfach zu viele Leute nach Deutschland gelockt, darunter auch „schwarze Schafe“ (laut BAMF-Statistik gab es im November 2015 mehr als doppelt so viele Asylanträge wie im Juli). Ein Umstand unter dem jetzt vor allem die Flüchtlinge leiden, die sich vor dem Lageso den A*** abfrieren oder seit der Kölner Sylvesternacht als Sündenböcke für alles Mögliche herhalten müssen. Außerdem ist es bei dem Chaos kaum noch möglich, sorgfältig zu prüfen, wer tatsächlich Anspruch auf Asyl laut Grundgesetz hat, und wer nicht. Grenzen dicht machen ist natürlich auch keine Lösung, damit wird das Problem nur kurzfristig weitergeschoben, die Genfer Flüchtlingskonvention mit Füßen getreten und im schlimmsten Fall die gesamte EU destabilisiert. Wenn die Regierung dieses Dilemma aus reinem Mitgefühl für Flüchtlinge eingerührt hätte, wäre das eine Tragödie á la Shakespare … 5) Linke und Grüne, die zwar zu Recht das 50er-Jahre Frauen- und Familienbild der AfD anprangern, sich aber gleichzeitig bei Vertretern einer Religion einschleimen, die ein Frauenbild aus dem tiefsten Mittelalter propagiert. Natürlich gibt es auch moderne und reformorientierte Moslems – aber denen ergeht es in ihren Heimatländern oft nicht weniger dreckig als seinerzeit Galileo Galilei . Auch das wird von Linken zu gern schöngeredet und man landet als Islamkritiker sehr schnell in der rechten Ecke. Was macht man also als islamkritischer Linker? Wahrscheinlich irgendwann nicht mehr wählen gehen, was wiederum den Rechten nützt . Bevor wir also die AfD bekämpfen (was meiner Meinung nach wenig bringt), sollte man zuerst das gesellschaftliche Klima bekämpfen, unter dem diese Partei wuchert und gedeiht wie Schimmelpilz auf vergammeltem Käse: Ein Klima, das differenzierte Meinungen kaum noch zulässt, Hysterie und Panikmache anheizt und vor allem dafür sorgt, dass jeder gegen jeden ausgespielt wird – Flüchtlinge gegen Obdachlose, Geringverdiener gegen Arbeitslose, Deutsche gegen Ausländer , „Asylkritiker“ gegen „Gutmenschen“… Nur, damit die Leute nicht anfangen, nachzudenken .

nachgedacht

Linke Politikerin verschweigt Vergewaltigung durch Flüchtlinge

Ein krasses Beispiel, wohin es führt, wenn man bestimmte Dinge nicht mehr aussprechen darf/kann/will, weil es evtl. der falschen Seite in die Hände spielt. Ich habe ganz eindeutig was gegen Falschbehauptungen und Hetze (egal, wen es trifft). Aber aus ideologischer Verblendung die Polizei anzulügen, geht gar nicht! Vor allem nicht bei so einem schrecklichen Verbrechen. Dass Vergewaltigungen verschwiegen werden – entweder aus Scham oder weil das Opfer zu sehr durch den Wind – passiert leider immer wieder. Egal, wer der Täter ist. Und das kann man auch verzeihen. Aber diese Frau war leider schon so weit, dass ihre Partei für sie das Denken übernommen hat. Das ist es wohl, was viele Leute (u.a. mich) so sauer macht. Obwohl mir auf der einen Seite wirklich Leid tut, was ihr angetan wurde, hat sie auf der anderen Seite  eine fette Mitschuld daran, dass die Drecksäcke immer noch auf freiem Fuß sind, und irgendwann vielleicht die Nächste vergewaltigen . Es wird immer rechte A***löcher gegen, die gegen Flüchtlinge hetzen – egal, ob die was angestellt haben oder nicht. Wenn nix passiert ist, wird eben irgendwas erfunden (kam auch schon oft genug vor). Aber die Wahrheit unter den Teppich kehren, weil sie politisch nicht passt, ist schlicht und einfach Zensur bzw. Selbstzensur. Frau Gören hätte sicherlich eine Menge Respekt und Sympathie auch von „normalen“ Leuten erhalten, wenn sie bei der Polizei gleich die Wahrheit gesagt und der Presse gegenüber ein Statement abgegeben hätte, dass sie sich weiter für Flüchtlinge engagieren wird, dass man auf keinen Fall alle über einen Kamm scheren darf – aber dass die rosarote Brille unbedingt weg muss. Sicher hätten es ein paar rechte Hetzer für ihre Zwecke ausgeschlachtet und die eigene Partei hätte ihr womöglich den AfD-Stempel aufgedrückt. Aber jetzt haben die Nazis erst recht Futter (neben den bösen Rapefugees auch noch ne saudämliche Linken-Politikerin … Yummy). Eigentlich ist die Frau gleich dreimal zum Opfer geworden: Opfer einer Vergewaltigung, Opfer des geistigen Klimas in Deutschland und nicht zuletzt Opfer ihrer eigenen politischen Ideologie. http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2016/Opfer-verschweigt-Vergewaltigung-durch-Fluechtlinge,selin100.html